Grüßt euch, liebe Leute. Wie bereits zweimal in den letzten Wochen angedroht, wird dieser nette kleine Blog hier in Zukunft hauptsächlich ein Buchblog sein. Zum einen habe ich da einfach Bock drauf, weil ich seit einiger Zeit (wieder) sehr viel lese und zum anderen hoffe ich, dadurch zumindest minimal der fragwürdigen Entwicklung der Belletristik entgegenwirken zu können.
Das ich das natürlich nicht kann, ist mir auch völlig klar, aber die meisten Blogs, die ich so zum Thema Bücher finde, befassen sich entweder nur mit den Klassikern und tun alles andere als Schund ab oder befassen sich nur mit Katzenstreubüchern. Ich habe die Hoffnung, mich einfach irgendwo dazwischen ansiedeln zu können, selbst wenn niemand das hier liest. Ich mache das schließlich nicht für andere, sondern hauptsächlich für mich selbst.
Was also ist der Sinn dieses Posts?
Sehr gute Frage! Meine Absicht hinter diesem Post ist exakt das, was in der Überschrift steht. Ich habe dieses Jahr (Stand des Tages, an dem ich diesen Post verfasse, die Zahl werde ich bis zum 31.12. laufend aktualisieren) 57 Bücher gelesen, damit also im Durchschnitt etwas mehr als ein Buch pro Woche. Natürlich handelt es sich dabei nicht ausnahmslos um dicke Wälzer mit 1000+ Seiten, aber ein Buch ist ein Buch.
Meine Absicht hinter diesem Post ist es also nun, gewissermaßen eine "Preisverleihung" abzuhalten, also verschiedene Kategorien zu spezifizieren und dann ein Buch oder einen Autor/eine Autorin zu nennen, die mir in dieser Kategorie am besten gefallen hat.
Die Kategorien sind:
- bestes Buch
- beste Reihe
- beste Non-Fiction
- bester Klassiker
- bester Autor/Lieblingsautor
- bester Stil
- bester Charakter
- bestes Zitat
- größte Überraschung
- bestes Cover
Zusätzlich dazu habe ich auch noch beschlossen, "Negativpreise" zu vergeben, namentlich:
- größte Enttäuschung
- schlechtestes Buch
Die Liste dessen, was ich dieses Jahr gelesen habe, also die Menge, aus denen die Bücher ausgewählt wurden, findet ihr hier. Auch diese Liste wird laufend bis zum Ende des Jahres von mir aktualisiert.
Da ich mich aber selbst ganz gut kenne und weiß, wie dieser Post zwangsläufig noch eskalieren wird in Anbetracht dessen, dass ich noch 12 "Preise" zu vergeben und zu den jeweiligen Büchern/Preisen etwas zu schreiben habe, will ich mich hier nicht länger aufhalten und zum wesentlichen kommen: Der Preisverleihung.
Fangen wir also mit den oben genannten Kategorien in der Reihenfolge an.
Bestes Buch: Glas - Stephen King
Direkt die Vergabe der ersten Kategorie fiel mir relativ schwer. Aus über 50 Büchern das auszuwählen, das ich am besten fand, ist keine leichte Aufgabe und am Ende ist die Wahl auf das vierte Buch aus Roland Deschains Reise zum dunklen Turm gefallen. Aber weshalb?
Nun, zum einen halte ich das Buch alles in allem für das beste der acht Dark-Tower-Bücher. Zum ersten Mal erfahren wir wirklich viel aus Rolands Vergangenheit, erfahren wie er als junger Revolvermann mit seinen Gefährten durchs Land gezogen ist. Zum anderen ist dem Leser des Buches ja zumindest in Grundzügen bereits bekannt, wie dieses Buch enden wird. Nichtsdestotrotz schafft King es, dass man Seite um Seite liest, mit den Charakteren und der Handlung mitfiebert und bis zu den letzten Seiten auf ein Happy End hofft, von dem man weiß, dass es nicht kommen wird.
Daher ist Glas für mich das Buch, dem ich am ehesten den Preis geben würde, das beste zu sein, welches ich dieses Jahr gelesen habe.
Beste Reihe: Dresden Files - Jim Butcher
Hier gab's für mich nie viel Raum für Diskussion. Zwar habe ich dieses Jahr auch King's Dark Tower beendet und die Sapkowskis Prequels zur Geralt Saga gelesen, aber Jim Butcher holt mit Abstand den Preis. Nicht, weil ich die anderen beiden Reihen, die ich dieses Jahr beendet habe schlecht finde, sondern einfach, weil ich die Dresden Files alles in allem (wie man auch der Buchliste entnehmen kann) sehr gut fand.
Kaum eins der Bücher ist meiner Ansicht nach schlecht, selbst die, die mich nicht abgeholt haben (Sturmnacht und Geistergeschichten) waren dennoch gut zu lesen. Jedes der Bücher ist kurzweilig und die handelnden Charaktere gefallen mir beinahe durch die Bank weg. Ich habe die Reihe relativ früh im Jahr angefangen, als ich in der Buchhandlung meines Vertrauens das erste Buch auf gut Glück mitgenommen habe. Während mir das (wie oben erwähnt) nicht 100%ig zugesagt hat, hat mir das ganze Konzept doch (glücklicherweise) gut genug gefallen, dass ich mir das zweite Buch gekauft habe.
Und jetzt? Tja, jetzt sitze ich hier am Ende des Jahres, gute 200€ ärmer und 17 Dresden Files Bücher reicher. Allein die Tatsache, dass ich alle 17 dieser Bücher mit zwischen 386 (Sturmnacht) und 699 (Geistergeschichten) Seiten dieses Jahr gelesen habe, genügt mir ganz persönlich schon. Daher für mich ganz klar verdient die beste Reihe dieses Jahr.
(Randanmerkung: Es unterhält mich irgendwie ein wenig, dass ausgerechnet die beiden, die mir am wenigsten gefallen haben das Extrem für das kürzeste beziehungsweise längste Buch der Reihe bilden.)
Beste Non-Fiction: Jeder für sich und Gott gegen alle - Werner Herzog
Zugegeben ist das wahrscheinlich die langweiligste Kategorie von allen, denn ich habe dieses Jahr genau ein Buch auf der Liste, das in diese Kategorie passt. Letztes Jahr wäre zumindest die Auswahl zwischen den Autobiografien von Dave Grohl und Adrian Newey vorhanden gewesen, aber nichtsdestotrotz ist der Preis für dieses Buch mehr als verdient und wäre, realistisch betrachtet, auch so vergeben worden, hätte ich mehr Non-Fiction gelesen.
Wem Werner Herzog ein Begriff ist, dem muss ich kaum noch etwas zu diesem Buch sagen. Es handelt sich, in gewissem Maße, um Herzogs Memoiren. In Jeder für sich und Gott gegen alle erzählt er aus seinem bewegten Leben, beginnend in seiner Kindheit im bayerischen Hinterland, in das seine Mutter vor dem Krieg floh über seine Jugend und seine gesamte Karriere. Er berichtet von Weggefährten, von Erlebnissen und von Widrigkeiten, aber auch vielen positiven Dingen, die er erlebt hat.
Würde es sich nicht um Werner Herzog handeln, die Hälfte der Geschichte, die in diesem Buch stehen, würde niemand glauben. Wer aber Werner Herzog und sein verrücktes Leben kennt, dem ist klar, dass wohl kaum irgendetwas von dem, was in diesem Buch erzählt wird, der Fantasie entstammt.
Daher für mich ganz eindeutig das beste Non-Fiction Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe. Wäre es wohl auch, hätte ich mehr als dieses gelesen.
Bester Klassiker: Schuld und Sühne - Fjodor Michailowitsch Dostojewski
Ein Buch, vor dem nicht wenige Menschen Respekt haben in Anbetracht dessen, wie langatmig es geschrieben ist, wie gerne der Autor immer wieder von der eigentlichen Haupthandlung abschweift. Trotz dessen (oder vielleicht gerade deswegen) hat es mir unglaublich gut gefallen. Viele der "älteren" Klassiker, die ich in meinem Leben bisher so gelesen habe (Das Bildnis des Dorian Gray, Effie Briest, Homo Faber, Utopia...) haben mich eher gelangweilt oder mir nicht unbedingt zugesagt. Versteht mich nicht falsch, bei vielen davon sehe ich, warum es sich um Klassiker handelt und warum sie auch heute noch so hochgehalten werden. Der Unterhaltungswert war für mich allerdings nur in geringem Maße gegeben und ich musste mich bei einigen dieser Bücher regelrecht zwingen, weiterzulesen.
Und genau das ist bei Schuld und Sühne, ungeachtet der Tatsache, dass das Buch langatmig ist, für mich eben nicht der Fall gewesen. Die Grundzüge der Handlung, Raskolnikows Idee des erlaubten Mordes und die Folgen dessen, diese Idee in die Praxis umzusetzen, sind unglaublich gut erzählt und - im Gegensatz zu vielen anderen Klassikern - merkt man dem Buch sein Alter nur an relativ wenigen Stellen an.
Natürlich mag hier noch die Frage sein, welche Übersetzung des Buches ich gelesen habe. Ich besitze (wie auf dem Foto zu sehen) die Ausgabe des Nikol-Verlags, übersetzt von Margit und Rolf Bräuer. Ich kann also nur von dieser deutschen Version sprechen, was die diversen anderen Übersetzungen angeht, halte ich mich bedeckt.
So oder so hat mir das Buch wirklich gut gefallen, daher (trotz dessen, dass mir die anderen Klassiker auf meiner diesjährigen Liste auch gefallen haben) bekommt es den Preis als bester Klassiker.
Bester Autor/Lieblingsautor: Jim Butcher
Vorab die Anmerkung: Es geht hier um meinen Lieblingsautor in Hinblick auf die Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe, nicht um meinen Lieblingsautor allgemein.
Dieser Preis geht an Jim Butcher. Ich meine, ich habe dieses Jahr 17 Bücher von dem Kerl gelesen und jedes davon hat mir gut genug gefallen, um noch mehr lesen zu wollen. Ich glaube fast, viel mehr Begründung bedarf es dafür kaum.
Mit Sicherheit findet man genug, was man am Werk dieses Mannes kritisieren kann, aber das ändert nichts daran, dass mir seine Geschichten gefallen, sein Stil erfrischend anders ist (zumindest aus meiner Sicht) und ich beim Lesen seiner Bücher eine Menge Spaß hatte.
Daher geht diese Kategorie ohne viel hin und her an ihn.
Bester Stil: Suzanne Collins - Das Lied von Vogel und Schlange
Vielleicht hätte ich diesen Post mit einer Vorwarnung versehen sollen, dass es sich hier durchweg um meine subjektiven Ansichten handelt. Naja, sei's drum.
Soweit ich das in meinem Bekanntenkreis und auch in den Kreisen, in denen ich online unterwegs bin mitbekommen habe, hat dieses Buch, als es erschien, ziemlich polarisiert. Sehr viele Fans der vorherigen Bücher waren enttäuscht vom ganzen Inhalt, fanden die Charakterentwicklungen schlecht und mochten den Shift in der Perspektive von erster zu dritter Person nicht.
Ich dagegen war großer Fan davon, vom Buch an sich, die Charakterentwicklung war meiner Meinung nach super und absolut on point, und - worum es ja eigentlich hier geht - der Wechsel in die dritte Person hat mir, ebenso wie der gesamte Rest des Stils, sehr deutlich zugesagt. Wesentlich deutlicher zumindest, als mir der Stil des anderen, neueren Prequels. Nicht, dass mir das nicht gefallen hat, nur der Stil hat mich eben nicht abgeholt.
Bei diesem Buch hingegen eben schon, daher für mich ganz persönlich der Stil, der mir dieses Jahr am besten gefallen hat.
Bester Charakter: Harry Dresden
Ich mag Harry. So, jetzt isses raus. Klar ist er hier und da altmodisch, ja gar chauvinistisch zu manchen Zeitpunkten, aber nichtsdestotrotz mag ich ihn. Geplagt von Selbstzweifeln und zeitgleich (insgeheim) eine relativ hohe Meinung von sich selbst und seinen Fähigkeiten habend ist Harry genau die Art ambivalenter Charakter, die ich gut leiden kann.
Und ja, natürlich ist gerade der Harry Dresden der ersten Bücher eine durchaus fragwürdige Person, an dem man auch viele negative Züge findet, die einer Korrektur bedürfen. Aber schon mal was von Charakterentwicklung gehört? Die Star Wars Sequel-Trilogie zeigt relativ beeindruckend, wie spannend eine Geschichte ist, deren Protagonist schon von Anfang an perfekt ist und keinerlei Entwicklung durchmacht.
Viel mehr kann ich hier, fürchte ich, zu Harry Dresden gar nicht schreiben, ohne damit zu beginnen, den einen oder anderen Plotpunkt der Reihe zu spoileren, deswegen halte ich mich was alles weitere angeht vorerst zurück. Mehr vielleicht eines Tages in einem Review der ganzen Reihe, das dann auch (logischerweise) entsprechend Spoiler enthalten würde.
Um das also einmal zusammenzufassen: Ich kann Harry gut leiden. An manchen Stellen erkenne ich mich selbst in ihm wieder, und das genügt oft genug, um mir einen Charakter sympathisch zu machen.
Aber jetzt weiter im Text!
Bestes Zitat: Stephen King - Hearts in Atlantis
"Read sometimes for the story, Bobby. Don't be like the book-snobs who won't do that. Read sometimes for the words - the language. Don't be like the play-it-safers that won't do that. But when you find a book that has both good story and good words, treasure that book."
Wer diesen Post gelesen hat, der wird dort eventuell vorfinden, dass ich tendenziell fast alles lese. Und genau das ist der sehr einfache, banale Grund, warum mir dieses Zitat zugesagt hat. Ich bin kein "Büchersnob", wie King es ausdrückt, ich nehme beinahe alles in die Hand und lese es. Zusätzlich kommt es bei mir extrem selten vor, dass ich ein Buch abbreche und nicht zu Ende lese. Zumindest ohne groß nachzudenken denke ich, ich kann die Anzahl an Büchern, die ich angefangen und nicht zu Ende gelesen habe an einer Hand abzählen. Aber ich schweife ab.
Wie gesagt, das Zitat sagt mir zu, weil ich mich selbst darin finde. Wann immer jemand mich fragt, was sich zu lesen lohnt, tendiere ich dazu, Empfehlungen zu geben, zeitgleiche aber darauf hinzuweisen, dass man sich nicht von einem Buch abbringen lassen sollte, nur weil es "Schund" ist oder nicht zu den Klassikern gehört.
Lest doch, was ihr wollt! Von mir aus sogar Katzenstreubücher. Nur haltet sie doch bitte aus normalen Buchhandlungen raus.
Größte Überraschung: Evie Woods - Der verschwundene Buchladen
Welch eine Überraschung dieses Buch für mich war! Ich kann mich ganz gut erinnern, wie ich kurz vor meinem Urlaub im Juni in der Buchhandlung meines Vertrauens vor diesem Buch stand und den Klappentext las. Die grundlegende Idee gefiel mir, also tat ich, was ich in diesem Fall immer tue: Ich besuchte mit meinem Handy romance.io, um das Spice Rating des Buches zu prüfen. Nachdem diese Überprüfung ergeben hatte, dass es sich offenbar tatsächlich um einen Roman und nicht um einen Porno handelt, nahm ich es mit.
Und was für eine Überraschung das Buch war! Zwar habe ich es nicht im Urlaub gelesen (da war ich gerade noch mitten in den letzten Zügen der Dark Tower Reihe), aber dann relativ direkt, nachdem ich wieder zuhause war. Versteht mich bitte nicht falsch, es war keine "Offenbarung", es ist nicht mein Lieblingsbuch geworden oder irgendwas dergleichen, aber es ist locker eines der zehn besten Bücher, die ich 2025 gelesen habe.
Die Geschichte gefällt mir einfach irgendwie, den Grund dahinter kann ich nicht wirklich greifen. Und außerdem verstärkt dieses Buch mal wieder eine wichtige Tatsache, die man niemals vergessen sollte: Man sollte ein Buch nicht nach seinem Einband, sondern nach seinem Inhalt beurteilen. Denn hätte ich das (abseits dessen, das Spice Level vorher zu prüfen) getan, hätte ich dieses wirklich schöne Buch nicht gelesen, nur weil es optisch einem Katzenstreubuch ähnelt. Womit wir aber direkt zur nächsten Kategorie kommen.
Bestes Cover: Evie Woods - Der verschwundene Buchladen
Jawohl, eine Doppelnennung. Denn das, was mich erst dem Buch gegenüber stutzig gemacht hat, gefällt mir nichtsdestotrotz ganz gut. Ich bin kein Fan von Farbschnitten, wobei das größtenteils durch meine Aversion gegenüber Katzenstreubüchern, die quasi immer Farbschnitte haben, bedingt ist, aber bei diesem Buch gefallen mir sowohl das Cover, als auch der Farbschnitt sehr gut. Es ist schön gestaltet und wer das Buch gelesen hat, der findet sicherlich auch das übergreifende Thema dieses Romans in der Cover- und Buchgestaltung wieder. Daher für mich nicht nur der Gewinner der letzten, sondern auch dieser Kategorie.
So, damit sind die positiven Kategorien abgearbeitet, kommen wir also noch zu den beiden Negativpreisen.
Größte Enttäuschung: Cornelia Funke - Die Farbe der Rache
Ich wollte dieses Buch mögen. Wirklich. Die Tintenweltbücher hätten mich seinerzeit meinen Realschulabschluss kosten können, denn Tintentod fand mein 17-jähriges Ich so dermaßen spannend, dass ich bis tief in die Nacht gelesen habe, weil ich unbedingt wissen musste, wie das Buch endet. Das Ergebnis dessen war dann, dass ich mit guten drei Stunden Schlaf eine meiner schriftlichen Abschlussprüfungen absolvieren musste. Glücklicherweise war es zum einen die Prüfung in Deutsch, die mir leicht von der Hand gegangen ist und zum anderen war ich eben 17 und damit noch sehr gut in der Lage, mit 3 Stunden Schlaf auszukommen.
Aber ich schweife ab.
Die Farbe der Rache hat mich leider sehr enttäuscht. Wo die vorherigen Bücher so spannend waren, dass ich sie kaum aus der Hand legen konnte, musste ich mich hier zwingen, weiterzulesen. Nicht, dass die Geschichte an sich schlecht wäre, aber irgendwie gelingt es Cornelia Funke in diesem Buch nicht, einen Spannungsbogen aufzubauen, zumindest für mich nicht. Ich bin zwar dennoch froh, es gelesen zu haben, die Enttäuschung darüber, dass ich dafür mehr Zeit gebraucht habe, als für die anderen drei zusammen, weil ich es aufgrund von Langeweile immer wieder aus der Hand gelegt habe, ist aber dennoch groß.
Mein Gedanke war zuerst, dass ich vielleicht, über zehn Jahre, nachdem ich die anderen Bücher gelesen habe, einfach aus der Reihe "rausgewachsen" bin, sodass ich testweise die anderen drei Bücher auf meinem Weg zur Arbeit als Hörbücher im Auto gehört habe. Das Ergebnis dieses Experiments war, dass wohl tatsächlich der neueste Teil der Reihe die Schuld an der Enttäuschung trägt, denn die drei alten gefallen mir genauso gut wie früher.
Schlechtestes Buch: Oscar Wilde - Das Bildnis des Dorian Gray
Jaja, Fackeln, Mistgabeln, der ganze Kram. Packt das alles wieder ein und hört mir erstmal zu:
Ich lese gerne Klassiker. Schlicht schon aus Neugier um zu sehen, wie sie mir gefallen und wie gut oder schlecht sie gealtert sind. Bei den allermeisten ist das Ergebnis, dass man ihnen das Alter vielleicht anmerken mag, sie mir aber dennoch gefallen.
Nicht so bei diesem Machwerk.
Ich bin ehrlich, ich habe keinen blassen Schimmer, wie dieses Buch so einen festen Platz in der Weltliteratur bekommen hat. Klar, Geschmackssache und so, aber ich finde es, ganz ehrlich gesagt, einfach nur langweilig. Und das nicht, weil "nichts passiert" oder nicht genug Actionszenen vorhanden sind oder dergleichen. Ich finde es einfach langweilig. Die Handlung spricht mich nicht an und anhand dessen, was ich vorher von dem Buch wusste, hätte ich gedacht, dass... Nunja, das namensgebende Bildnis des Dorian Gray eine übergeordnetere Rolle spielt, als es letzten Endes tut.
Versteht mich bitte nicht falsch, natürlich schwingt es immer wieder im Kontext durch, aber ich bin ehrlich, von dem her, was mir andere Leute über das Buch erzählt haben, hatte ich einfach andere Erwartungen. Das zeigt mir allerdings wieder, dass ich möglichst nicht mit irgendwelchen Erwartungen an ein Buch herangehen sollte, die dann am Ende enttäuscht werden.
Versteht mich bitte nicht falsch, natürlich schwingt es immer wieder im Kontext durch, aber ich bin ehrlich, von dem her, was mir andere Leute über das Buch erzählt haben, hatte ich einfach andere Erwartungen. Das zeigt mir allerdings wieder, dass ich möglichst nicht mit irgendwelchen Erwartungen an ein Buch herangehen sollte, die dann am Ende enttäuscht werden.
Aus meiner ganz persönlichen, subjektiven Sicht ist dieses Buch schlicht zu langatmig. Klar, im Jahr 1890 galten andere Standards, will ich gar nicht abstreiten, aber wenn Schuld und Sühne es schafft, mich nicht zu langweilen, ist es eine Leistung, und keine positive, seitens dieses Buches, genau das zu schaffen. Gegen Ende wird das zwar etwas besser, aber ich kann mir einfach nicht helfen. Wenn ein Buch mit gerade einmal 250 Seiten es schafft, dass 100 Seiten davon überflüssig erscheinen, ist es - Klassiker hin oder her - für mich einfach kein gutes Buch.
Bereue ich es, Das Bildnis des Dorian Gray gelesen zu haben? Nein. Sehe ich es als verschwendete Lebenszeit an? Ebenfalls nein. Aber ich kann nicht wirklich verstehen, woher dieses Werk seinen Stand in der Welt der Literatur hat und bin mir relativ sicher, dass ich es vermutlich nicht ein weiteres Mal aus dem Regal nehmen und lesen werde.
Fazit
Ich bin mir sicher, für viele Menschen in der Literatur-Blogosphäre sind 57 Bücher nicht ansatzweise viel. Aber für meine Verhältnisse, zumindest seit ich in die Arbeitswelt eingetreten bin, ist das eine ziemlich hohe Zahl. Manches hat mir gut gefallen, anderes nicht, aber dennoch hat es mir bei keinem dieser Bücher leidgetan, sie zu öffnen und zu lesen. Denn von meiner Warte aus halte ich jedes dieser Bücher für eine bessere Beschäftigung als das, was viele Menschen aus meinem Freundes-, Verwandten- und Bekanntenkreis tun, wenn sie nicht wissen, was sie zu tun haben: Durch TikTok oder Instagram scrollen.
Versteht mich nicht falsch, wie üblich gilt hier der Grundsatz "Jedem das Seine, mir das Meiste" und ich bin der letzte, der sagen würde, dass er nicht auf Instagram unterwegs ist. Aber ich für meinen Teil habe einfach im Juni dieses Jahres (bei etwa dem 17. Eintrag in meiner Liste, falls das jemanden interessiert) beschlossen, dass ich keine Lust mehr habe, täglich 40 Minuten oder mehr Screentime auf Instagram alleine zu haben und stattdessen lieber ein Buch in die Hand nehmen will.
Und alles in allem war das eine gute Entscheidung. Ich merke für mich selber, dass ich seitdem deutlich entspannter bin. Ich interessiere mich nicht mehr sonderlich für Kurzforminhalte sämtlicher Art und es fehlt mir auch nicht. Außerdem merke ich, dass ich deutlich besser dazu in der Lage bin, mich über längere Zeit mit einem Thema zu befassen, ohne zwischendurch etwas anderes machen oder mich ablenken zu müssen, als viele gleichaltrige Menschen in meinem Umfeld es sind. Ich versacke nicht mehr eine Viertelstunde an meinem Handy, obwohl ich eigentlich etwas anderes zu tun hätte. Stattdessen tue ich es einfach, um mich anschließend mit einem Buch hinzusetzen.
Keine Ahnung, ob es am Ende besser ist, das eine Verhalten gegen das andere auszutauschen. Ich für meinen Teil glaube, subjektiv feststellen zu können, dass es mir gut tut, zu lesen, statt auf ein 6,5 Zoll großes, beleuchtetes Rechteck zu starren. Vielleicht liege ich auch falsch damit. Das könnte mir letzten Endes wahrscheinlich nur ein Psychologe sagen, und so weit will ich nicht aus reiner Neugier und für das Fazit eines Blogposts, den voraussichtlich 5 Leute lesen werden, gehen.
So oder so muss ich jetzt langsam endlich mal zum Ende kommen, daher bleiben mir nur noch einige wenige Dinge zu sagen. Wie üblich danke ich euch fürs Lesen, wenn ihr euch irgendwie bis hierher durch meine wilde Gedankenwelt geschlagen habt. Außerdem wünsche ich euch und den euren alles erdenklich gute für 2026.
Und, last but no least, möchte ich euch meinen ganz persönlichen Ratschlag mit auf den Weg geben: Wenn ihr euch mal wieder an eurem Handy findet und länger als eigentlich gewollt durch die Kurzforminhalt-Applikation eures Misstrauens scrollt, dann legt das Telefon zur Seite und steckt eure Nase in ein Buch. Ich habe dieses Jahr damit angefangen und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.
Bis zum nächsten Mal.
Bis zum nächsten Mal.



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